Die Top 10 Unfallschwerpunkte mit Verletzten und Getöteten in Wedding und Gesundbrunnen

Häufig LKW und Personen zu Fuß oder auf dem Rad beteiligt

Meine Anfrage bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport (Hinweise unten) zeigt detailliert auf, wo die meisten Unfälle passieren und welche Verkehrsteilnehmer*innen beteiligt waren. So ist zu erkennen, dass entlang der Seestraße / Osloer Straße fast jede der großen Kreuzungen mit traurigen Spitzenwerten in der Tabelle erscheint.

  • Osloer Str. / Reinickendorfer Str. / Seestraße / Louise-Schroeder-Platz – 17 Unfälle
  • Müllerstraße / Seestraße – 17 Unfälle (darunter einer mit Schwerverletzte/n)
  • Drontheimer Str. / Koloniestr. / Osloer Str. – 16 Unfälle (darunter 2 mit Schwerverletzten)
  • Osloer Str. / Prinzenallee – 15 Unfälle
  • Osloer Str. / Schwedenstr. – 12 Unfälle (darunter 2 mit Schwerverletzten)

Auch entlang der Badstraße gibt es viele Unfallschwerpunkte:

  • Badstraße / Pankstraße. / Prinzenallee – 14 Unfälle
  • Badstraße / Böttgerstr. / Behmstraße – 11 Unfälle (darunter 4 Unfälle mit Schwerverletzten)
  • Badstraße / Exerzierstr. / Koloniestr. / Schwedenstr. / Uferstr. – 10 Unfälle (darunter 4 Unfälle mit Schwerverletzten)

Die Unfallschwerpunkte, die Beteiligten und die Unfallursachen haben wir auf dieser Karte visualisiert.

Bild: Petra Wille CC BY 3.0.

Die Hauptzahl der Unfallbeteiligten stammt von PKW. Es ist jedoch erschreckend zu sehen, wie oft LKW an Unfällen mit Personenschaden beteiligt sind. Die Verletzten sind häufig Personen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind – mithin die schwächsten und am wenigsten geschützten im Straßenverkehr. Auch bei den getöteten Verkehrsteilnehmern, die 2016 in Wedding und Gesundbrunnen zu beklagen waren, waren LKW in den Unfall verwickelt (eine Fußgängerin an der Afrikanischen Straße, ein Fußgänger an der Prinzenallee).

Die genannten Ursachen für die Unfälle klingen nicht selten vermeidbar: Oft wird ungenügender Sicherheitsabstand angegeben, auch Nichtbeachten der Verkehrsregelung oder Fehler beim Abbiegen. “Falsches Verhalten gegenüber Fußgänger*innen” ist als Unfallursache besonders tragisch, da diese über keine “Knautschzone” verfügen und vor allem Kinder zu den gefährdeten Verkehrsteilnehmer*innen zählen.

Zu einem der Unfallschwerpunkte habe ich ein ganz besonderes Verhältnis: Es ist die Einmündung der Tegeler Straße, in der mein Büro liegt, in die Fennstraße. Was meine Büromitarbeiterinnen und ich täglich an dieser Ecke erleben, ist haarsträubend: Das Einbiegen für PKW erfordert sehr viel Aufmerksamkeit, die Querung für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen ist gefährlich, die gesamte Verkehrssituation ist unübersichtlich und von unklarer Verkehrslenkung geprägt. Besonders für Radfahrende ist es nach dem Durchfahren des Parks am Nordhafen eine unzumutbare Situation, die mehrspurige Fennstraße – ohne Wartebereich – queren zu müssen. Umgekehrt ist es genauso gefährlich, von der Tegeler Straße aus unbeschadet zu queren, um dann den Radweg im Park (offizieller Teil des Radfernwegs Berlin – Kopenhagen und von zahlreichen Menschen auf dem Weg zur Arbeit täglich genutzt) zu erreichen.
In der Statistik spiegelt sich dies mit 15 Unfällen, davon 5 mit Schwerverletzten. Hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf!

Es braucht insgesamt mehr Präventionsmaßnahmen durch die Polizei, die etwa an verkehrsgefährlichen Kreuzungen kontrolliert und auf Fehlverhalten hinweist. Auch Veränderungen der Verkehrsführung sind notwendig. Gütertransport in die Innenstädte mit schweren LKW führt immer wieder zu schweren Unfällen. Hier muss das von der Koalition erarbeitete Radgesetz endlich mehr Schutz bringen.

Save the Date: Am 18.7. von 17 – ca. 19 Uhr lade ich zu einer Radtour durch Wedding und Gesundbrunnen ein. Wir wollen uns gemeinsam ansehen, wo gute & sichere Radwege sind – und auch, wo die Gefahren lauern. 


— Hinweise zum Lesen der 61-seitigen Anfrage —

1. An welchen Kreuzungen / Einmündungen / Verkehrssituationen im Bereich der Abschnitte 33, 35 und 36 sind im vergangenen Jahr 2016 Unfälle mit Personenschaden passiert (bitte Unfälle mit Verkehrstoten separat ausweisen, bitte aufschlüsseln nach der Kategorie der Verkehrsteilnehmer*innen)? SEITE 2-46

2. Welche Art Fehlverhalten führte zu den Unfällen (bitte die Orte mit der Unfallursache nennen, an denen drei oder mehr Unfälle registriert wurden)? SEITE 46-60 (Übersicht mit den Kreuzungen, an denen die meisten Unfälle passieren)

3. Welche Maßnahmen wurden 2017 ergriffen, um die Unfallschwerpunkte zu entschärfen? SEITE 60-61

4. Mit welchen Unfallzahlen ist die Verkehrssituation auf der Müllerstraße zwischen der Nazarethkirche und dem Rathausvorplatz (mit Schillerbibliothek und Jobcenter) in der Statistik verzeichnet? SEITE 61

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