Holprige Radwege, Trinkbrunnen und ein Lastenrad mit Bass – das war unsere Radtour durch Wedding und Gesundbrunnen

An einem sonnigen Dienstag machen wir uns auf den Weg, Radwege und Verkehrsituationen in Wedding und Gesundbrunnen zu erkunden. Die meisten anderen Verkehrsteilnehmer*innen sind auf dem Heimweg – es ist viel los zwischen 17 und 19 Uhr. Unsere Route führt als erstes zu der unfallträchtigen Ecke Tegeler / Fennstraße, nur wenige Meter von unserem Sprengbüro entfernt. Über den Nettelbeckplatz geht es dann weiter zum Gesundbrunnencenter und ins Brunnenviertel. Dort ist das erste Mal Gelegenheit zum Durchatmen und Wassertrinken – die Wasserbetriebe stellten erst kürzlich am Vinetaplatz in der autofreien Swinemünder Straße einen Trinkbrunnen auf.

Vinetaplatz im Brunnenviertel: Stopp am Trinkbrunnen

Bis dahin sind wir bereits auf sehr schmalen Radwegen (Reinickendorfer Straße), auf akzeptabel breiten Radstreifen (Hochstraße) und auf – mehrspurigen – Straßen gefahren. Besonders die Brunnenstraße – da waren wir uns einig – ist als Radfahrer*in möglichst zu meiden. Eine Alternative ist die Swinemünder Straße.

Überhaupt – unsere Mitfahrenden: Sie brachten informative, hilfreiche und basslastige Beiträge zur Tour mit, was den Spaß und den Informationsgehalt für Alle erhöht. Die Musik kommt aus Boxen, die uns auf einem Lastenrad begleiten – und uns überall frühzeitig ankündigen. Überlegungen und Hinweise zu radverkehrsfördernden Maßnahmen kommen von Aktiven, zum Beispiel der Stadtteilvertretung Mensch Müller und der BI Brüsseler Kiez. Und die Alltagserfahrung an bestimmten Stellen hat sowieso jede und jeder mitgebracht.

Leider sind diese Erfahrungen meist schlechte: Gefähliche Übergänge, abbiegende Autos und zu wenig Platz & Sichtbarkeit für Menschen auf Fahrrädern – von denen es so viele gibt. Wir setzen unsere Runde über die (sehr unfallträchtige) Osloer Straße, entlang der Panke und über die Exerzier-/Schulstraße zum Leopoldplatz fort. Auf dieser Strecke gibt es nur schlechte Wege und leider überhaupt nichts positives zu erwähnen.

Ganz am Ende durchfahren wir mit der Antwerpener / Togostraße noch eine ruhige Alternative zur sehr gefährlichen Müllerstraße. Diese Straße wird in absehbarer Zukunft zur Fahrradstraße umgestaltet, hat Stadträtin Weißler bereits angekündigt – ein kleiner Lichtblick.

Wir werden am Thema natürlich dran bleiben und Anfragen an das Bezirksamt und die Senatsverwaltung stellen, zum Beispiel zur Radweg-Planung an der Gerichts-, der Brunnen- und der Müllerstraße.

Update: Wir haben Antworten auf unsere Fragen bekommen. Sie machen nicht froh.

Tegeler Ecke Fennstraße: Im Jahr 2016 sind hier viele Unfälle passiert.