Gruppenfoto mit der Besucher*innengruppe

Offener Brief: Wir fordern die weitere Evakuierung afghanischer Ortskräfte und ihrer Familien!

Vor einigen Wochen hatten wir eine afghanische Besucher*innengruppe zu Gast im Abgeordnetenhaus – organisiert über die Projekte „Demokratieförderung im Stadtteil“ und HamWatan aus dem Sprengelhaus. Viele der Besucher*innen wurden vergangenes Jahr aus Afghanistan evakuiert, nachdem sie für deutsche Organisationen arbeiteten oder als Frauenrechtler*innen aktiv waren. Die Familien der afghanischen Frauen wurden — anders als bei männlichen Ortskräften — nicht evakuiert und leben nun unter ständiger existenzieller Bedrohung durch die Taliban. Außerdem werden über das Aufnahmeprogramm des Auswärtigen Amtes ausschließlich Mitglieder der Kernfamilie evakuiert — unabhängig davon, ob sie im selben Haus lebten, wie nah ihr Verhältnis oder wie groß die Bedrohung durch die Taliban ist.

Die Frauengruppe der afghanischen Ortskräfte hat nun einen Offenen Brief an die Bundesregierung veröffentlicht, den wir sehr unterstützen. Die Familien der deutschen Ortskräfte und Frauenrechtler*innen in Afghanistan müssen evakuiert werden — anderenfalls sind sie einem hohen Sicherheitsrisiko ausgesetzt!

Zu diesem Thema traf sich die Frauengruppe der afghanischen Ortskräfte gemeinsam mit Clara Bünger, Bundestagsabgeordnete für DIE LINKE und Sprecherin für Fluchtpolitik, und mir. Wir sprachen über die Situation der Frauen hier in Deutschland, ihre Sorge um ihre Familien in Afghanistan und wie wir ihnen helfen können. Unbedingt muss die Bundesregierung hier nachschärfen und die Familienmitglieder evakuieren.

Ich unterstütze auch die Kampagne von ProAsyl, die am 13.8.22 mehr als 20000 Unterschriften für eine weitere Aufnahme an die Bundesregierung übergeben hat. Der rot-grün-rote Senat hat wie auch das Land Bremen ein Landesaufnahmeprogramm für Menschen aus Afghanistan beschlossen. Zudem drängt Berlin beimBund bereits seit Dezember darauf, die Familiendefinition zu erweitern und den Nachzug von Verwandten zu ermöglichen. Die Bundesregierung, namentlich die Innenministerin, blockieren jedoch die weitere Aufnahme.

 

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