„Es braucht eine kleine Revolution“

Tobias Schulze wurde am 6. 1. 2022 von der TAZ zum Thema Datenschutz bei Videokonferenz-Systemen an der FU Berlin befragt.

Die FU hat bereits Mitte November die Einschätzung der Datenschutzbeauftragten bekommen. Was muss die Uni jetzt tun?

Die Hochschule sollte sich anschauen, mit welcher Konfiguration sie Webex betreibt und wo genau die Schwachpunkte sind. Es muss geklärt werden, ob beispielsweise die Server in Europa stehen und so abgesichert sind, dass die Daten dort nicht von ausländischen Geheimdiensten abgegriffen werden können. Das wird in der Regel nicht der Fall sein, weil ausländische Dienste auch auf europäische Server der Unternehmen Zugriff haben.

Was schlagen Sie vor?

Die beste Variante dürfte eine Umstellung auf eigene Server in einem eigenen Rechenzentrum sein. Die FU muss jetzt in den Austausch mit der Datenschutzbeauftragten gehen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Was bedeutet die Einschätzung der Datenschutzbeauftragen für die rund 40.000 Studierenden und für die Wissenschaftler?

Zunächst ist es die Pflicht der Universität, die Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten darauf aufmerksam zu machen, dass sie ein Videokonferenztool benutzen, bei dem Daten über Server im Ausland fließen. Die Beschäftigten und Studierenden müssen selbst einschätzen können, ob sie dieses Risiko eingehen wollen oder nicht. Das sieht die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) so vor.

Das Interview findet ihr bei der TAZ-Online

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