Warum steht ein Gerüst unter der Nordhafenbrücke?

Das Gerüst unter der Nordhafenbrücke, gesehen Richtung Pankemündung
Das Gerüst unter der Nordhafenbrücke, gesehen Richtung Pankemündung

“Warum steht da ein Gerüst?” – eine Frage, die man sich in Berlin häufig stellt. Wir haben den Senat zu einem Exemplar unter der Nordhafenbrücke (verbindet die Seller- mit der Heidestraße) gefragt, da es im letzten Jahr lange herumstand, ohne dass erkennbar irgendetwas gearbeitet wurde. Und in 2018 ist es dann wieder aufgetaucht, auch ohne sichtbare Bautätigkeit.

Warum das ein Problem ist? Das steht bereits in einem SPD-Antrag, der im letzten Jahr in der BVV-Mitte beschlossen wurde:

Die Unterführung der Brücke Sellerstraße am Nordhafenpark wird seit mehr als einem Jahr durch ein Baugerüst verengt, was zu erheblichen Nutzungskonflikten führt, einen unnötigen Gefahrenpunkt darstellt und vor allem bei Dunkelheit nur schwer einsehbar ist.

Im Bericht des Bezirksamtes wird auf den Abbau des Gerüstes im Januar 2017 verwiesen und bereits angekündigt, dass bald darauf weitere Arbeiten erfolgen würden. Den Grund nennt uns die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in der aktuellen Antwort an uns: Es war in 2017 und ist auch diesmal die “Instandsetzung der unter der Brücke geführten Kabeltrassen verschiedener Leitungsnetzbetreiber, wie Energieversorgungsunternehmen und Datennetzbetreiber”. Sicherlich eine notwendige Arbeit (sofern auch tatsächlich gearbeitet wird, siehe oben), jedoch ist die Behinderung und Gefährdung aller Menschen, die unter der Brücke durchgehen oder -radeln nicht zu unterschätzen: Gefälle von beiden Seiten (hohe Geschwindigkeit der Radfahrenden), in einer Kurve gelegen, durch wucherndes Gebüsch nicht einsehbar. Dem Senat sind jedoch laut der Antwort keine Unfälle an dieser Stelle bekannt. Es handelt sich übrigens um einen Abschnitt des offiziellen Radwegs Berlin – Kopenhagen.

Wer nun für die Sicherung und Sichtbarkeit des Gerüsts zuständig ist, ist ein bisschen unklar. Die BVV forderte damals das Bezirksamt auf, “das sichere Passieren aller NutzerInnen durch Anbringung von Baulampen zur Kennzeichnung des Baugerüsts und ein Abrücken des Baugerüsts vom asphaltierten Weg ermöglichen.” Das geschah weder damals noch diesmal. Kein Wunder, steht doch in der Antwort der Senatsverwaltung an uns:

Für die Kennzeichnung und Absicherung der Arbeitsbereiche sind die ausführenden Unternehmen bzw. deren Auftrag gebende Leitungsnetzbetreiber verantwortlich.

Wer das konkret ist, ist vermutlich nur mit viel Aufwand herauszufinden, mehrere Telefonate führten jedenfalls zu keinem Ergebnis. Nun bleibt eigentlich nur die Hoffnung, dass das Gerüst – wie in der Antwort der Senatsverwaltung angekündigt – Ende August verschwindet. Vorher irgendeine Verbesserung der Situation zu erreichen, ist wohl unrealistisch.