Unser Besuch beim QM Pankstraße

Heute waren wir beim Quartiersmanagement Pankstraße zu Besuch, ein Quartier, das sich etwas zackenförmig vom Humboldthain bis fast zur Seestraße über den halben Leopoldplatz erstreckt.  Auch hier stellen wir die Frage nach der Verdrängung: Teamleiterin Sükran Altunkaynak schätzt die Lage auf einer Skala von 1 – 10 mit 7 ein (“oder schon 8?”). Es besteht also Handlungsbedarf. Das QM regt bereits seit Jahren an, dass alleinstehende Menschen ihre großen Wohnungen unkompliziert und bezahlbar gegen kleinere tauschen können, bisher ohne Erfolg. Im Quartier gibt es meist private Wohnungsunternehmen wie das von Harry Gerlach, und bisher wenig landeseigene. Das ändert sich bald mit dem Degewo-Neubau an der Wiesenstraße 55.

Doch die Verdrängung betrifft auch – wie fast überall in der Stadt – das Gewerbe. Vor einigen Jahren konnte das QM mit einem Projekt noch den Gewerbeleerstand reduzieren helfen. Jetzt stehen kaum besuchte Spielhallen und Billigläden Handwerk und Fachgeschäften gegenüber, letztere können die Mieten kaum noch zahlen. Ein Gutachten des QM hat ergeben, dass im Quartier alle Spielhöllen nach dem neuen Gesetz schließen müssten – doch bisher ist nichts passiert.

Kitas und Schulen gibt es etliche im Quartier, früher waren es sogar noch mehr, dann folgten Fusionierungen von (Grund)-Schulen. Der Krankenstand in den Schulleitungen sei einfach zu hoch gewesen. Einige Schulen seien einschlägig bekannt für ihr niedriges Niveau, an dem sich seit Jahren nichts ändere, wurde uns berichtet. Andere Schulen seien auf einem guten Weg und brächten ein tolles Lernumfeld auf die Beine.

Bildung ist überhaupt ein wichtiges Thema. Das QM initiierte einen Bildungsverbund, in dem sich von der Kita bis zur weiterführenden Schule alle zusammensetzen und über durchgehende Themen und Projekte verständigen. Dennoch ist auch hier der Übergang in die Berufs- und Ausbildungswelt schwierig. Vor einigen Jahre durchgeführte Projekte waren zwar teuer, brachten jedoch so gut wie keinen Erfolg.

Die kürzlich durchgeführte Quartierswerkstatt zeigte weitere Handlungsfelder auf: es fehlen öffentliche Flächen und Räume, die von allen, vor allem Kindern genutzt werden können. Dazu gehören Bolzplätze, aber auch Begegnungszentren oder Räume, in denen einfach nur in ruhiger Umgebung Schulaufgaben erledigt werden können.

Obwohl das Quartiere eine recht niedrige Kriminalitätsstatistik aufweise, solle das individuelle Sicherheitsgefühl der Bewohner_innen weiter erhöht werden. Etwa durch eine verbesserte Beleuchtung an öffentlichen Orten wie dem Nettelbeckplatz.

Aktuell hat das QM gemeinsam mit der Schiller-Bibliothek und der Beuth-Hochschule das Projekt “Neue Ideen für den Wedding” initiiert und beteiligt sich unter anderem am Tag der Städtebauförderung am 13.5.

Das ist nur ein Teil der vielen Infos über die engagierte Arbeit des QM. Seine Zukunft ist bis 2020 gesichert. Wir bleiben im Kontakt und stehen als Ansprechpartner in die Landes- und Bezirkspolitik gern zur Verfügung.