Das Himmelbeet muss bleiben!

Nach zunächst gemeinsamen Planungen mit dem Bezirksamt und einem Verein über die Zukunft der Himmelbeet-Fläche ist plötzlich und überraschend große Ungewissheit bei den Gärtnerinnen und Gärtnern an der Ruheplatzstraße eingetreten – was ist passiert?

Bereits seit 2015 plant der Verein AMANDLA EduFootball ein sogenanntes Safe Hub im Wedding an dem Ort, wo der interkulturelle Gemeinschaftsgarten Himmelbeet bisher Zwischennutzerin ist. Ziel des Safe Hubs ist, Fußball mit ganzheitlicher Bildung zu verbinden. Mehrere Projekte dieser Art hat Amandla bereits in Townships in Südafrika ins Leben gerufen. Um eine Konkurrenz der beiden begrüßenswerten Projekte zu vermeiden, sind Himmelbeet und Amandla von Anfang an aufeinander zu gegangen, außerdem beschloss die Bezirksverordnetenversammmlung Mitte im Mai 2016, dass die Interessen des Himmelbeets berücksichtigt werden müssen.

Die Macherinnen und Macher vom Himmelbeet haben nicht nur selbst architektonische Vorschläge vorgelegt, wie die Fläche für alle Akteure sinnvoll aufgeteilt werden kann (der Bezirk plant zusätzlich auch noch eine Turnhalle dort zu errichten – irgendwann). Sie haben sich an einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Umwelt zu “Green Urban Labs” beteiligt. Es handelt sich um ein Modellvorhaben, bei dem neue Ansätze der Platz-, Grünflächen- und Parkgestaltung unterstützt werden und verschiedene Nutzungsansprüche für urbanes Grün in Einklang gebracht werden sollen – wie gemacht für die Entwicklung der Fläche, auf der später Fußballplatz, Bildungszentrum, ein Gemeinschaftsgarten und eine Turnhalle existieren sollen. Oft scheitern gute Ideen an der Unbeweglichkeit des Verwaltungrechts. Das Himmelbeet hat die Ausschreibung tatsächlich gewonnen und ist als eines von 12 Projekten ausgewählt worden – dazu noch einmal herzlichen Glückwunsch!

Doch nun gibt es Probleme, die bedrohlich für das Himmelbeet aussehen: das Bezirksamt verweigert die finale Zustimmung zum Modellvorhaben. Der Stadtrat für Schule und Sport, Carsten Spallek (CDU), lässt gerade die Frist verstreichen, in der der Antrag eingereicht und folgend die Gelder abgerufen werden können.
Durch eine Akteneinsicht wurde außerdem kurz vor dem Saisonstart bekannt, dass innerhalb der kommenden Wochen ein Vorvertrag zwischen Amandla und dem Bezirk geschlossen werden soll – zumindest in diesem ist das Himmelbeet nicht vorgesehen. Wir gehen davon aus, dass die Zusage des Bezirksamts steht und Platz für das Himmelbeet bleibt.

Wir unterstützen die Aktivititäten des Himmelbeets und der Pächterinnen und Pächter, um zu verhindern, dass der großartige Gemeinschaftsgarten verdrängt wird! Das Bezirksamt wird sich an den Beschluss der BVV halten und nur gemeinsam mit Amandla und Himmelbeet über die Zukunft der Fläche Beschlüsse fassen oder Verträge abschließen. Daher unterstützen wir die Petition bei Change.org und alle weiteren Initiativen, die Akteurinnen und Akteure im Bezirksamt daran zu erinnern.